Drei Perspektiven Teil 2, ENS von Paracelsus
- LXIR

- 30. März
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Ein dritter, zutiefst philosophischer und dennoch praktischer Blickwinkel eröffnet sich uns durch die Lehren von Theophrastus von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus. Während die moderne Medizin die materielle Ursache isoliert und das Ayurveda-System den Menschen in energetischen Mustern liest, stellte Paracelsus eine ganz andere Frage: Er suchte nicht nach dem „Was“ oder dem „Wie“, sondern nach dem „Woher“. Sein Modell der fünf Entia (Wirkungssphären) geht davon aus, dass eine Krankheit kein statischer Zustand ist, sondern ein Prozess, der seinen Ursprung auf fünf völlig unterschiedlichen Ebenen des Daseins haben kann.
Diese 5 ENS – das Seiende – ist folgendermaßen aufgelistet und geht vom Materiellen ins Schicksalshafte:
1. ENS Naturale – Der Einfluss der natürlichen Bedingungen (Materie)
2. ENS Veneni – Der Einfluss der Gifte - dessen, was man zu sich nimmt. (Materie extern)
3. ENS Astralen – Der Einfluss der Gestirne und der Umweltfaktoren. (Materie und Feinstoffliches)
4. ENS Spirituale – Der Einfluss der Geister/des Geistes (Feinstoffliches)
5. ENS Dei – Der Einfluss der Göttlichen Vorhersehung (Überkosmisch/Schicksal)
Das ENS Astrale beschreibt dabei den Einfluss der Außenwelt und der Zeitqualität auf den Menschen – heute würden wir dies vielleicht als Umweltfaktoren oder klimatische Belastungen bezeichnen. Krankheiten entstehen durch Umwelteinflüsse. Eine Heilung ist oft nur durch eine Änderung dessen möglich. Im ENS Veneni betrachtete er die Alchemie des Körpers: die Fähigkeit, Nährstoffe von Giften zu trennen. Krankheiten entstehen hier durch eine Überlastung des Systems mit Stoffen, die der Körper nicht mehr verarbeiten kann. Das ENS Naturale hingegen befasst sich mit der biologischen Mitgift, unserer Konstitution und den inneren Organen, die wie ein Uhrwerk ablaufen. Doch Paracelsus ging noch weiter: Mit dem ENS Spirituale erkannte er bereits vor Jahrhunderten die Macht des Geistes und der Emotionen, die den Körper krank machen können, lange bevor die moderne Psychosomatik diesen Begriff prägte. Die letzte Ebene, das ENS Dei, betrachtete er als die schicksalhafte oder göttliche Ebene. Hier verstand er Krankheit als einen tieferen Impuls des Lebensweges, der nach Einsicht und innerer Wandlung verlangt, statt nur nach einer Pille.
Um das komplexe System der Entia greifbar zu machen, hilft ein Blick auf ein alltägliches Leiden wie chronische Bauchschmerzen. Während die moderne Medizin nach Entzündungen oder Bakterien sucht und Ayurveda den Stoffwechseltyp (z. B. ein zu hohes Pitta) analysiert, würde Paracelsus fragen, aus welcher Sphäre der Angriff auf den Bauch erfolgt. Liegt ein ENS Veneni vor, stammt der Schmerz von „Giften“ – vielleicht verträgt der Körper schlichtweg die chemischen Zusätze in der modernen Nahrung nicht mehr oder die „innere Alchemie“ der Verdauung ist überfordert. Handelt es sich jedoch um ein ENS Astrale, könnten äußere Umwelteinflüsse, ein rabiater Wetterumschwung oder eine belastete Wohnumgebung die Ursache sein, auf die der Körper reagiert.
Völlig anders wäre die Herangehensweise beim ENS Spirituale: Hier entstünden die Schmerzen nicht durch die Nahrung, sondern durch „feststeckende“ Emotionen oder geistigen Stress – der klassische Fall, bei dem uns etwas „schwer im Magen liegt“. Das ENS Naturale hingegen würde auf eine konstitutionelle Schwäche hindeuten, vielleicht ein Organ, das von Geburt an weniger Energie hat und früher ermüdet. Und schließlich gäbe es das ENS Dei, bei dem die Bauchschmerzen als ein haltgebendes Stoppsignal des Schicksals verstanden werden, das den Betroffenen zwingt, innezuhalten und eine grundlegende Richtung in seinem Leben zu überdenken.
An diesem Beispiel wird deutlich: Für Paracelsus ist die Diagnose erst abgeschlossen, wenn die Ursprungsebene gefunden ist. Denn ein Schmerz, der im Geist entsteht (Spirituale), wird durch eine Diät (Veneni) niemals vollständig geheilt werden können.
Kennt man die Ebene oder mehrere Ebenen aus denen Krankheit entsteht, so ist es viel besser möglich eine passende heilende Therapie zu finden. Das moderne Gesundheitssystem so grandios ihre Errungenschaften im Bereich ENS-Naturale und teilweise im ENS-Veneni auch sein mögen, gelingt oft der klare Blick nur bedingt.
Der Ausschluss in den allermeisten Therapieansätzen von 3,5 der 5 ENS-Ebenen führt häufig zu einer falschen Therapie und einem Ausbleiben von Heilung. Symptombehandlung verschafft zwar Leidminderung aber von wirklicher Lösung eines Problems kann oft nicht die Rede sein.
Als Beispiel sei Diabetes erwähnt. In Deutschland und Österreich sind zwischen 10-12 % der Bevölkerung von Diabetes Typ 2 betroffen. Eine Krankheit, welche in den meisten Fällen ihre Ursache im Bereich ENS-Veneni hat. Falsche Ernährung in Kombination mit fehlender Bewegung und Giftkonsum lösen die Krankheit aus. In Selteneren Fällen gibt es komplexere Ursachen wie verstecke Tumore oder Hormonelle Probleme ENS-Naturale und ENS-Spirituale wären hier wesentlich. Die Lösung des Problems liegt in diesem System deutlich auf der Hand. Finde die Ursache und ändere die Diät und die geistigen Bedingungen der Krankheit. Doch was geschieht meistens.
Es werden Insulinpräparate und andere Medikamente verschrieben. Der Zucker wird kontrolliert, aber die Ursachenebene wird nicht angegangen und gelöst.
Nun die Frage an euch – Warum ist das so?
Geschrieben von: Alexander Heilinger



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