Das Herz Buch - Bereitung des Steins Teil 2
- LXIR

- 29. Dez. 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Jan.

Hier nun der zweite Teil. Hat der mutige Praktiker das wahre Lösemittel erwirkt, gilt es zu vollenden was begonnen wurde.
Das Werk der Putrefaktion
Wenn nun alle deine Elemente auf diese Weise getrennt sind, so nimm zuerst die zuvor beiseitegelegten weiß kalzinierten Fäzes, genannt Mars, und gib davon so viel in eine Chymia (Glasgefäß), dass das Glas kaum zur Hälfte gefüllt ist. Gieße darauf so viel von unserem rektifizierten brennenden Wasser, dass die Kalx gerade gut bedeckt ist. Sobald dies geschehen ist, verschließe das Glas unverzüglich fest mit einem Blindkopf und stelle es an einen kalten Ort, bis die Kalx die gesamte Flüssigkeit aufgesogen hat, was sie in acht Tagen tun wird.
Dann tränke sie erneut mit derselben Menge desselben Wassers und lasse sie weitere acht Tage stehen. Wiederhole dieses Werk von acht Tagen zu acht Tagen, bis die Kalx nichts mehr aufnimmt, sondern flüssig stehen bleibt. Dann versiegle das Glas mit einem Hermes-Siegel und stelle es bei mäßiger Wärme ins Balneum Mariae zur Putrefaktion.
Die Digestion des weißen Steins
Lasse dein Glas in diesem mäßig warmen Balneum 150 volle Tage unbewegt stehen, bis der Stein im Glas zuerst rötlich-braun, dann weißlich-grün und schließlich sehr weiß wie die Augen von Fischen wird. Dann ist es der Schwefel der Natur, der im Feuer fließt und nicht verdampft, und es ist unser weißer Stein, bereit zur Fermentation.
Eine weitere geheime Abkürzung Sir George Ripleys
Nimm den genannten Schwefel der Natur und projiziere eine kleine Menge davon auf eine glühend heiße Glasplatte; das Glas wird sich in eine silberne Farbe verwandeln, und diese Farbe kann durch keine Kunst wieder entfernt werden.
Die Digestion des roten Steins
Nimm nun den weißen Stein heraus und teile ihn in zwei gleiche Teile; bestimme genau das Gewicht jeder Hälfte. Die eine Hälfte bewahre für das weiße Werk auf. Die andere Hälfte gib zurück in das Glas, versiegle es erneut mit dem Hermes-Siegel und bringe es in eine Cinerition (Aschenhitze), die etwas stärker ist. Lasse es dort unbewegt in der Digestion stehen, bis es rot und von purpurner Farbe wird. So hast du auch den roten Stein, bereit zur Fermentation.
Die Bereitung des Ferments für den weißen Stein
Nimm Silber, wohl gereinigt von allen Metallen und anderem Unrat, der ihm beigemengt sein könnte, und löse es in so viel von unserem Lunarium, welches unser Merkur ist, wie die Menge des Silbers beträgt, möglichst nicht mehr. Stelle es gut bedeckt auf warme Asche. Wenn es vollständig gelöst ist, wird die Flüssigkeit grün sein.
Dann rektifiziere unseren Merkur zwei- oder dreimal vollständig davon ab, sodass kein Tropfen Merkur zurückbleibt. Versiegle das Öl des Mondes in einer Chymia und stelle es ins Balneum zur Putrefaktion, bis es alle Farben zeigt und zuletzt kristallinisch weiß wird. Dann ist es das weiße Ferment der Fermente.
Die Fermentation des weißen Steins
Gib die zuvor für das weiße Werk aufbewahrte Hälfte des weißen Steins in ein geeignetes Glas und bestimme sein Gewicht. Füge so viel von dem genannten Mond-Ferment hinzu, dass es ein Viertel des Gewichts des Steins ausmacht. Verlutere das Glas gut und fixiere beide zusammen in einem Fixiergefäß unter Feuer, was in zwei oder drei Tagen vollendet ist.
Die Inceration des weißen Steins
Wenn sie so fixiert sind und ein sehr feines Pulver bilden, incerire, das heißt: tränke es mit dem weißen Öl unseres Steins, welches unser Lunarium ist, indem du tropfenweise zugießt, bis der Stein ölig wird. Dann lasse ihn gerinnen, tränke ihn erneut und wiederhole dieses Werk so lange, bis der Stein im Feuer wie Wachs fließt, wenn man ihn auf eine glühend heiße Kupferplatte legt, ohne zu verdampfen.
Lasse ihn dann erstarren, bis er hart, weiß und durchsichtig wie Kristall ist. Dann ist es die Medizin des dritten Grades und der vollkommene weiße Stein, der alle metallischen Körper, besonders Kupfer und Eisen, in reines und vollkommenes Silber verwandelt.
Hier endet die Arbeit zum Stein der Weisen der die Weiße erreicht hat und ein großes Werk ist.
Die Bereitung des roten Ferments
Nimm ebenso Gold, sehr rein und von allen fremden Metallen befreit, mit zehn Teilen Antimon, und löse es in unserem Merkur oder auflösenden Liquor, wie du zuvor das Silber gelöst hast. Wenn es vollkommen gelöst ist, wird die Flüssigkeit zitronengelb sein.
Rektifiziere dann den Merkur wieder vollständig davon ab. Versiegle das Öl des Goldferments in einer geeigneten Chymia und stelle es ins Balneum zur Putrefaktion. Es wird schwarz werden und muss unbewegt in der Digestion stehen, bis es weiß wird. Dann bringe es, ohne das Glas zu öffnen, in ein stärkeres Feuer und halte es dort, bis es die Farben durchläuft und zitronengelb wird. Dann ist es das Ferment der Fermente für das rote Werk.
Die Fermentation des roten Steins
Gib zu der zuvor rubifizierten, verdauten und für das rote Werk aufbewahrten Hälfte des Steins so viel von dem Goldferment, dass es ein Viertel des Gewichts des Steins ausmacht. Fixiere beide wie beim weißen Stein im Fixiergefäß unter Feuer; in zwei oder drei Tagen ist es vollbracht.
Das Werk der Inceration für den roten Stein
Wenn sie fixiert sind und ein sehr feines Pulver bilden, incerire es, das heißt: tränke es mit dem roten Öl unseres Steins, lasse es wieder gerinnen, tränke es erneut und wiederhole dieses Werk, bis es im Feuer wie Wachs fließt, ohne zu verdampfen, wenn es auf glühendes Kupfer gelegt wird.
Lasse es dann erstarren, bis es hart, klar, durchsichtig und rot wie ein Rubin oder Jaspis ist. Dann ist es die Medizin des dritten Grades und der vollkommene rote Stein, der alle Körper, besonders Merkur, Blei und Silber, in reines Gold verwandelt, wie es aus der natürlichen Mine kommt.
So hast du die Herstellung der philosophischen Steine, des weißen und des roten, welches das große Geheimnis der Philosophen ist. Diese Steine müssen getrennt, in eigenen Gläsern oder sauberen Kästchen, an einem warmen oder wenigstens trockenen Ort aufbewahrt werden — wie man Zucker aufbewahrt —, da sie von so zarter und öliger Natur sind, dass sie sich an feuchten Orten leicht auflösen.
Die Multiplikation oder Vermehrung der Kraft und Güte der weißen und roten Steine
Willst du deine Medizin oder deinen Stein an Menge oder Kraft erhöhen, so gib den weißen oder roten Stein — oder einen Teil davon — in ein eigenes Glasfläschchen, verschließe es gut und hänge es in ein dampfendes Balneum Mariae, sodass es das Wasser nicht berührt.
In diesem warmen Dampf wird sich der zuvor erstarrte Stein wieder lösen. Lasse ihn dann auf warmer Asche wieder gerinnen. Wiederhole dieses Lösen und Gerinnen so oft, bis der Stein, sobald er aus dem Balneum genommen wird und die kalte Luft fühlt, von selbst gerinnt.
Merke: So oft du diesen Vorgang wiederholst, verzehnfacht sich seine Kraft in der Projektion. Wenn anfangs eine Unze hundert Unzen verwandelt, so verwandelt sie nach der zweiten Lösung tausend, nach der dritten zehntausend, nach der vierten hunderttausend und nach der fünften eine Million Teile eines unvollkommenen Metalls in wahres Gold oder Silber.
Die Art der Projektion
Da es sehr beschwerlich ist, tausendtausend Teile eines Körpers zu schmelzen, verfahre folgendermaßen:Nimm 100 Unzen Merkur, zuvor mit Salz und Essig gewaschen, gib ihn in einen Tiegel und erhitze ihn. Wenn er warm zu werden beginnt, gib eine Unze deines Elixiers hinzu. Der ganze Merkur wird zur Medizin.
Projiziere dann eine Unze dieser Medizin auf weitere 100 Unzen gewaschenen Merkurs — alles wird Medizin. Wiederhole dies ein drittes und viertes Mal; beim vierten Mal wird alles zu Gold oder Silber, je nachdem, ob dein Stein weiß oder rot bereitet war. Gott sei gelobt.
Abkürzung des großen Werkes, offenbart von Sir George Ripley
Der weiße frostige Reif oder das Pulver, das im Hals der Retorte gefunden wird, ist dem Sublimat ähnlich und ist vollkommener Schwefel der Natur. Er bedarf weder Putrefaktion noch Digestion zum Weißen.
Nimm davon die Hälfte oder das Ganze und füge so viel Mond-Ferment hinzu, dass es ein Viertel des Schwefels ausmacht. Versiegle beides in einer Chymia und fixiere es unter Feuer; in drei Tagen ist es vollbracht. Danach incerire es mit dem weißen Öl wie beim großen weißen Werk — so erhältst du den weißen Stein in halber Zeit und mit halber Arbeit.
Dieselbe Abkürzung für das rote Werk
Nimm den genannten Schwefel der Natur, löse ihn einmal mit unserem roten Merkur, lasse ihn gerinnen, versiegle ihn und digeriere ihn in Asche, bis er purpurn wird. Füge dann ein Viertel Goldferment hinzu, fixiere es, incerire es mit dem roten Öl und verfahre in allem wie beim großen Werk, bis der Stein rubinrot, durchsichtig, fließend im Feuer und unverflüchtig ist.
Dann hast du mit weniger Arbeit und Zeitaufwand den vollkommenen roten Stein — Gott sei Dank.
Dies ist der liebliche Garten der Philosophen, der die weißen und roten Rosen trägt, zusammengefasst aus allen Werken der Weisen, ohne Überflüssiges oder Fehlendes. Er lehrt, unendlich Gold oder Silber zu machen und heilt alle Krankheiten, stärkt die Gesunden, verjüngt die Alten und vertreibt alles Leid. Wer diese Medizin besitzt, besitzt einen Schatz über alle Schätze der Welt hinaus. Lobet Gott.



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