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Das Werk des Saturns - Hollandus Teil 1

  • Autorenbild: LXIR
    LXIR
  • 29. Dez. 2025
  • 11 Min. Lesezeit

Ein Werk des Saturn

Johann Isaac Hollandus

Aus Of Natural & Supernatural Things. London, 1670.

transkribiert von Joshua Ben Arent


Die Vorrede

Geehrter Leser,

die Philosophen haben viel über ihr Blei geschrieben, welches aus Antimon bereitet wird, wie Basilius gelehrt hat; und ich bin der Meinung, dass dieses saturnische Werk des vortrefflichsten Philosophen M. Johann Isaac Hollandus nicht vom gewöhnlichen Blei zu verstehen ist (wenn nicht vielmehr die Materie des Steins damit gemeint ist), sondern vom philosophischen Blei. Ob aber der gemeine Saturn die Materie des Steins der Philosophen sei, darüber wirst du aus den nachfolgenden 17 Betrachtungen oder Lehrsätzen hinreichende Befriedigung erhalten. Dies wird zum Nutzen aller Liebhaber dieser Kunst veröffentlicht, da es den Feuerstein auslegt und erklärt. Vale.


Kommentar: Das chemische Ausgangsmaterial der Arbeit wird hier mit Saturn beschrieben. Der Saturn steht für den Planeten, für die entsprechenden Kraftvektoren und Archetypen. Im Metallreich ist hier oft Blei gemeint, aber nicht immer. Die Wahrheit wird nur die Praxis zeigen.


Das saturnische Werk

Mein Kind soll wissen, dass der Stein, genannt der Stein der Weisen, aus Saturn hervorgeht. Und deshalb bewirkt er, wenn er vollendet ist, die Projektion sowohl im menschlichen Körper gegen alle Krankheiten, die ihn innerlich oder äußerlich befallen können – wie auch immer sie heißen mögen –, als auch auf die unvollkommenen Metalle.

Und wisse, mein Kind, in Wahrheit: Im ganzen vegetabilischen Werk gibt es kein höheres und größeres Geheimnis als im Saturn. Denn wir finden nicht jene Vollkommenheit im Gold, die im Saturn ist; denn innerlich ist er gutes Gold – hierin stimmen alle Philosophen überein –und es fehlt ihm nichts anderes, als dass man zuerst das Überflüssige, nämlich seine Unreinheit, entfernt und ihn reinigt, und dann sein Inneres nach außen kehrt, welches seine Röte ist; dann wird er gutes Gold sein.


Kommentar: Offensichtlich ist Saturn nicht Gold, doch die Wirkung und seine Kräfte liegen auf der gleichen Bedeutungslinie wie Silber und Gold.


Denn Gold kann nicht so leicht bereitet werden wie Saturn; denn Saturn löst sich leicht auf und gerinnt leicht, und sein Merkur kann leicht ausgezogen werden. Und dieser aus Saturn gezogene Merkur, wenn er gereinigt und sublimiert ist, wie man Merkur gewöhnlich sublimiert – ich sage dir, mein Kind –, ist in allen Operationen ebenso gut wie der Merkur, der aus Gold gezogen wird. Denn wenn Saturn innerlich Gold ist, wie er es in Wahrheit ist, dann muss sein Merkur ebenso gut sein wie der Merkur des Goldes. Darum sage ich dir:


Saturn ist in unserem Werk besser als Gold.

Denn wolltest du den Merkur aus Gold ziehen, so bedürfte es eines ganzen Jahres, um den Körper des Goldes zu öffnen, ehe du den Merkur daraus gewinnen kannst; aus Saturn aber kannst du den Merkur in 14 Tagen gewinnen – und beide sind gleich gut.

Willst du ein Werk allein aus Gold machen, so musst du zwei ganze Jahre daran arbeiten, wenn es gut werden soll; ein Werk aus Saturn aber kannst du in höchstens 30 oder 32 Wochen vollenden. Und wenn beide gut gemacht sind, so sind sie gleichwertig. Saturn kostet nichts oder sehr wenig, er erfordert kurze Zeit und geringe Mühe – dies sage ich dir in Wahrheit.

Mein Kind, verschließe dies in deinem Herzen und Verstande: Dieser Saturn ist der Stein, den die Philosophen nicht nennen wollen, dessen Name bis auf diesen Tag verborgen ist. Denn wäre sein Name bekannt, so würden viele daran arbeiten, und die Kunst würde gemein werden, da dieses Werk kurz, ohne Kosten, gering und niedrig ist.


Kommentar: Aus vielen Gründen ist dieses nicht erstrebenswert. Man bedenke die gemeine Esoterik der aktuellen Moderne. Sie ist voll der Einbildung und Irreleitung, weil das Herz des unberufenen auf diesen Wegen mehr Schaden nimmt als er jemals Nutzten erlangen könnte.  


Darum bleibt der Name verborgen, um des Übels willen, das daraus entstehen könnte. Alle seltsamen Gleichnisse, die die Philosophen geheimnisvoll von einem Stein, einem Mond, einem Ofen, einem Gefäß gesprochen haben – all dies ist Saturn. Denn du sollst ihm nichts Fremdes zusetzen, sondern nur das, was aus ihm selbst kommt.

Darum gibt es keinen so Armen auf dieser Welt, der dieses Werk nicht betreiben und fördern könnte; denn Luna kann leicht und in kurzer Zeit aus Saturn gemacht werden, und in etwas längerer Zeit kann Sol aus ihm bereitet werden. Und obgleich ein Mensch arm ist, so kann er es dennoch sehr wohl erlangen und dazu gebraucht werden, den Stein der Weisen zu machen.

Darum, mein Kind: Alles, was wir brauchen, ist im Saturn verborgen. In ihm ist ein vollkommener Merkur, in ihm sind alle Farben der Welt, die man darin entdecken kann; in ihm sind die wahren schwarzen, weißen und roten Farben; in ihm ist das Gewicht – Saturn ist unser Latten.


Beispiel:Das Auge eines Menschen kann nichts Unvollkommenes ertragen, sei es auch noch so gering; selbst das kleinste Staubkorn verursacht großen Schmerz, sodass der Mensch keine Ruhe findet. Nimmst du aber die Größe einer Bohne von Saturn, schleifst sie glatt und rund und legst sie ins Auge, so verursacht sie keinerlei Schmerz. Der Grund ist, dass sie innerlich vollkommen ist, ebenso wie Gold und Edelsteine.

An diesen und anderen Worten kannst du erkennen, dass Saturn unser Stein der Weisen ist und unser Latten, aus dem unser Merkur und unser Stein mit geringer Arbeit, wenig Kunst und Aufwand und in kurzer Zeit gewonnen werden.

Darum ermahne ich dich, mein Kind, und alle, die seinen Namen kennen, ihn vor den Menschen zu verbergen, wegen des Übels, das daraus entstehen könnte. Und du sollst den Stein unser Latten nennen und den Essig Wasser, worin unser Stein gewaschen werden soll. Dies ist der Stein und das Wasser, wovon die Philosophen so viele große Bücher geschrieben haben.


Es gibt viele und verschiedene Werke im mineralischen Stein, besonders aber in jenem Stein, den Gott uns umsonst gegeben hat, über den so viele seltsame Gleichnisse im mineralischen Buch geschrieben stehen. Doch dies ist der wahre Stein, den die Philosophen gesucht haben, denn er wirkt Projektion auf alle unvollkommenen Metalle, besonders auf den lebendigen Merkur, und darüber hinaus wirkt er Projektion auf alle Krankheiten, die in den menschlichen Körper kommen können, ebenso auf alle Wunden, Krebse, Fisteln, offenen Geschwüre, Beulen, Abszesse und alles, was äußerlich am menschlichen Körper entstehen kann.

Darum steht dieser Stein nicht unter dem mineralischen Werk, sondern unter dem vegetabilischen.


Kommentar: Da Essig zur Anwendung kommt wird er als vegetabilisch geführt, denn Essig kommt aus den Pflanzen.


Er ist der Anfang und das Prinzip des vegetabilischen Buches. Dieser Stein heißt Lapis Philosophorum; der mineralische Stein heißt Lapis Mineralis, und der dritte Stein heißt Lapis Animalis. Dieser Stein ist das wahre Aurum Potabile, die wahre Quintessenz, die wir suchen – und nichts anderes auf dieser Welt als dieser Stein.


Darum sagen die Philosophen: Wer unseren Stein kennt und ihn bereiten kann, bedarf nichts weiter; deshalb suchten sie dieses und nichts anderes.


Praktische Anleitung

Mein Kind nehme 10, 12 oder 15 Pfund (5-7 kg) Saturn, worin kein anderes Metall beigemischt ist; walze ihn dünn aus und halte einen großen steinernen Krug bereit, der halb voll mit Essig ist. Verschließe den Krug sehr gut und stelle ihn in ein lauwarmes Bad. Alle drei oder vier Tage schabe den verkalkten Saturn von den Platten ab und bewahre ihn gesondert auf. Fahre so fort, bis du 5 oder 6 Pfund des verkalkten Saturns hast.


Kommentar: Das geheime Metall wird den Essigdämpfen ausgesetzt.


Dann zerreibe ihn sehr gut auf einem Stein mit gutem, destilliertem Weinessig, sodass man damit malen könnte. Nimm dann zwei oder drei große steinerne Töpfe, gib die verriebene Saturnkalk hinein und gieße guten destillierten Weinessig darauf, sodass zwei Drittel des Topfes gefüllt sind. Rühre alles gut zusammen, verschließe den Topf fest mit einem polierten Glas oder Kieselstein und stelle ihn in ein Bad.


Rühre vier- oder fünfmal täglich mit einer hölzernen Kelle um, lege den Glas- oder Steinverschluss wieder auf und halte das Bad nicht heißer, als dass du deine Hand darin gut ertragen kannst – also lauwarm. Lasse es so vierzehn Tage und Nächte stehen.

Dann gieße das Klare in einen anderen steinernen Topf ab, gieße neuen destillierten Essig auf den nicht vollständig gelösten Kalk, vermische alles gut und stelle es wieder für 14 Tage ins Bad. Gieße es wieder ab und verfahre so fort, bis der gesamte Saturnkalk gelöst ist.

Nimm dann den gesamten gelösten Saturn, stelle ihn ins Bad und verdampfe den Essig bei schwachem Feuer, sodass der Saturn zu Pulver oder Klumpen wird. Oder rühre, bis er trocken ist; du erhältst eine Masse oder ein Pulver von dunklem Gelb oder honigfarbener Farbe.


Zerreibe dieses Pulver erneut sehr fein mit destilliertem Essig, gib es in einen steinernen Topf, rühre es gut, stelle es wieder in ein lauwarmes Bad und lasse es fünf oder sechs Tage stehen. Rühre täglich von oben bis unten mit einer hölzernen Kelle um und bedecke es wieder mit dem Glasverschluss.

Dann lasse es abkühlen, gieße das Gelöste in einen großen steinernen Topf ab, gieße neuen Essig auf den Rückstand, rühre alles gut und stelle es wieder ins Bad. Wiederhole dieses Abgießen und Aufgießen so oft, bis sich nichts mehr löst.

Prüfe dies mit der Zunge: Ist es süß, so ist es noch nicht genug gelöst. Oder gib etwas davon in ein Glasgefäß und lasse es verdampfen – bleibt etwas zurück, so ist es noch nicht vollständig gelöst; das, was zurückbleibt, wären Fäkalien und schmeckt süß auf der Zunge. Findest du etwas im Gefäß, so gieße erneut frischen Essig darauf, bis alles gelöst ist.

Dann gerinne es wie zuvor, gieße wieder Essig darauf, rühre es, stelle es wieder ins Bad und wiederhole Lösung und Gerinnung so lange, bis du keine Fäkalien mehr am Boden findest, sondern alles in ein reines, klares Wasser gelöst ist.

Dann ist Saturn von aller seiner Aussätzigkeit, Melancholie, seinem Bodensatz und seiner Schwärze befreit und rein und weiß wie Schnee. Denn er ist von aller Unreinheit gereinigt; seine Kälte steht nun nach außen wie bei Luna, und seine Wärme ist innerlich, schmelzbar wie Wachs und süß wie Kandiszucker.


Kommentar: Das Ende dieser Prozedur ist ein Süßes Azetat. Achtung egal welches Schwermetall hier zum Azetat gewandelt wird – diese Stoffe sind hochtoxisch.


Warum ist es weiß wie Schnee?

Weil es von all seinen Unreinheiten gereinigt ist und weil seine Kälte äußerlich steht, wie es bei Luna der Fall ist, während seine Wärme innerlich ist.


Warum ist es süß?

Weil die vier Elemente in ihm rein sind und von allem schwefeligen Gestank und aller Schwärze getrennt, die Saturn im Bergwerk empfangen hat; es ist beinahe medizinisch und der Natur ähnlich. Und weil es so rein ist, gibt es einen Teil seiner inneren Kraft nach außen hin ab, nämlich als Süße. Doch ist die Wärme so sehr von der Kälte bedeckt, dass sie ihre Kraft nicht nach außen hin entfalten kann, wegen der äußeren Kälte (denn die Wärme des Saturn liegt im Inneren, ebenso wie beim Salpeter).


Der Geschmack jedoch kann sich äußern; denn der Geist des Geschmacks ist das Feinste in allen Dingen, wie im Buch der Vegetabilien ausführlicher gelehrt wird, wie sich die Luft aus allen Kräutern und Blumen nach außen hin ausdehnt. Denn der Geist der Luft liegt im Inneren aller Dinge; denn Gott hat nichts in dieser Welt erschaffen, das nicht seinen eigenen besonderen Geschmack oder seine eigene Luft hätte. Luft und Geschmack sind ein und derselbe Geist; der Geschmack geht aus der Luft hervor wie der Rauch aus dem Feuer.


Wie kommt es aber, dass etwas, das eine süße Luft hat, bitter im Geschmack ist?

Die Ursache ist, dass die Fäkalien jener Sache in den Elementen faulig und stinkend sind, nämlich die Galle oder die Hitze; denn alles, was unnatürlich heiß ist, hat einen bitteren Geschmack. Luft und Geschmack sind ein Geist, und wie der Geist der Luft durch eine heiße Sache nach außen drängt, so umschließt die Luft den Geschmack ringsum und schützt den feinen Geschmack davor, von der heftig brennenden Galle verbrannt zu werden, wie im Kräuterbuch ausführlich beschrieben ist.


Die Ursache aber, warum Saturn süß im Geschmack ist, liegt darin, dass er beinahe rein und sauber ist und kaum unnatürliche Hitze in sich trägt, welche den feinen Geschmack verbrennen könnte. Darum hat er den Geschmack äußerlich, und der Geschmack hat den Geist der Luft in sich eingeschlossen.


Mein Kind, merke dir, was ich zuvor gesagt habe: In einer Sache, in der viel brennende Hitze ist, verschließt die Luft den Geschmack in ihrem Inneren, damit er nicht durch die unnatürliche Hitze verderbt werde. So schließt der Geschmack die Luft in sich ein, wenn er aus einer Sache hervorgeht, die äußerlich kalt ist. Denn die feinen Geister der Luft oder der Duft einer Sache können keine Kälte ertragen, wie wir täglich an Kräutern und Blumen sehen, dass sie im Winter keinen Duft verströmen wie im Sommer; sie verbergen sich im Winter, und der Geist hat den Duft in sich eingeschlossen – den Geist des Duftes oder der Luft.

Sieh einen Menschen an, der sich erkältet hat: Sofort verliert er den Geruchssinn, und auch der Geschmack wird gemindert. Ebenso verhält es sich hier mit Saturn: Er ist ganz kalt, sodass sich der Geschmack zusammen mit dem Geist des Duftes offenbart; denn der Geist des Geschmacks enthält den Geruch in sich.


Betrachte Zucker, der wohl von seinen Fäkalien gereinigt ist: wie süß er im Geschmack ist, und doch verströmt er keinen Duft; dennoch besitzt Zucker eine außerordentliche Süße. Was ist der Grund dafür? Zucker ist äußerlich sehr kalt, daher ist er wie Schnee und von süßem Geschmack; innerlich aber ist Zucker heiß und feucht, von der Temperierung des Goldes und von so großer Kraft, dass er – wie bewiesen ist – der Stein der Weisen genannt wird und sehr wirksam ist, alle Krankheiten des menschlichen Körpers zu heilen, wie seine Wirkung zeigt.


Der Grund, warum ich dies sage, mein Kind, ist, dass du sein Inneres und Äußeres vollständig verstehen sollst sowie die Geister, die in diesen Dingen sind, von denen wir sprechen; damit du die wunderbaren Werke Gottes erkennst und die Wunder, die er in diesen niederen Dingen wirkt, die alle zu unserem Nutzen geschaffen sind.

Was hat Gott in uns getan, um dessentwillen er all diese Wunder und Dinge erschaffen hat? Darum, mein Kind, glaube an Gott, liebe ihn und folge ihm; denn er liebt dich, wie er es zeigt und sich in allen Dingen offenbart, sowohl in ihrem Inneren als auch in ihrem Äußeren. O wie wunderbar ist unser Herr und Gott, von dem alle Wunder ausgehen!


Nun, mein Kind, warum ist Saturn so schmelzbar wie Wachs?

Wegen des reichlich in ihm enthaltenen Schwefels; denn ich finde keinerlei Schmelzbarkeit oder Fließbarkeit außer in Schwefel, Merkur und Arsenik – und alle drei sind im Saturn enthalten. Darum ist Saturn schnell schmelzbar, doch sind alle diese drei in ihm von ihren Unreinheiten gereinigt.

Und weißt du nicht, dass die Philosophen ihren Stein Arsenik nennen und eine weiße Sache? Und sie sagen, ihr Schwefel sei unverbrännlich; sie nennen ihn auch eine rote Sache – all dies ist Saturn. In ihm ist Arsenik; denn Luna wird vornehmlich aus einem weißen Schwefel erzeugt, wie im Buch vom Schwefel deutlich gelehrt wird; und aller Arsenik ist innerlich rot wie Blut, wenn sein Inneres nach außen gebracht wird, wie im Buch der Farben gezeigt wird.


Kommentar: Viele hydratisierte Acetate schmelzen zwischen 50-90 Grad - Wie Wachs?


Saturn steht beinahe im Grad der fixierten Luna. So ist in ihm ein roter Schwefel; denn wenn sein Inneres nach außen gekehrt wird, wird er rot wie ein Rubin. Es gibt keine Farben außer in den Geistern; daher ist in ihm ein roter und ein gelber Schwefel. In ihm ist Merkur, wie man sieht; denn Merkur kann in kurzer Zeit und mit wenig Arbeit aus Saturn gezogen werden.

So sind also alle drei in Saturn enthalten, doch sind sie darin nicht fixiert; vielmehr sind sie rein, sauber, unverbrännlich und schmelzbar wie Wachs. In ihm ist alles, was die Philosophen genannt haben.


Sie sagen, unser Stein werde aus einer stinkenden menstruösen Sache bereitet. Was meinst du:

Wird Saturn nicht aus stinkender Erde gegraben? Denn viele werden durch die üblen Gerüche und Dämpfe getötet, wo Saturn gewonnen wird. Und die Philosophen sagen, unser Stein sei von geringem Wert, solange er unbereitet ist; sie sagen, die Armen besitzen ihn ebenso wie die Reichen – und sie sagen die Wahrheit. Denn es gibt keine ärmeren und elenderen Menschen als jene, die Saturn im Bergwerk graben und bearbeiten.


Sie sagen, er sei in allen Städten und Orten zu finden – wohin du auch kommst, Saturn ist dort. Sie sagen, er sei eine schwarze Sache – und ist er nicht schwarz? Sie sagen, er sei ein trockenes Wasser. Wenn Gold und Luna auf der Probierkapelle gereinigt werden sollen, geschieht dies nicht mit Saturn? Sie müssen mit ihm gewaschen und geprüft werden, wie ein schmutziges Kleid mit Seife gereinigt wird.


Sie sagen, in unserem Stein seien die vier Elemente – und sie sagen die Wahrheit; denn die vier Elemente müssen aus Saturn geschieden werden. Sie sagen, unser Stein bestehe aus Seele, Geist und Körper, und diese drei würden eins – auch das ist wahr. Denn wenn er für den weißen Merkur und den Schwefel mit seiner Erde fixiert ist, dann sind diese drei eins.

Daran ist zu erkennen, dass die Philosophen die Wahrheit gesagt haben. Sie haben seinen Namen um der Unwissenden willen verborgen, die nicht ihre Kinder sind, um sie in ihrer Unwissenheit zu belassen. So haben die Alten, mein Kind, Sorge getragen, den Namen des Steins zu verbergen.


Nun lasst uns zu unserem Vorhaben zurückkehren.

Du hast nun Saturn gewaschen und von all seiner Unreinheit gereinigt, weiß wie Schnee und schmelzbar wie Wachs gemacht; doch ist er noch nicht fixiert. Nun wollen wir ihn dazu bringen, den Merkur und den Schwefel mit seiner Erde zu fixieren.

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