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Das Werk des Saturns - Hollandus Teil 2

  • Autorenbild: LXIR
    LXIR
  • 29. Dez. 2025
  • 8 Min. Lesezeit

Nimm ein Glasphial, gib die Hälfte deines gereinigten Saturns hinein und bewahre die andere Hälfte auf, bis du sie benötigst. Lege ein poliertes Glas auf die Öffnung des Glases, stelle es in eine Kapelle mit gesiebter Asche auf einen Ofen; oder stelle es auf den Dreifuß der Geheimnisse oder in den Ofen, in welchem du Geister kalzinierst. Gib ihm Feuer, so heiß wie die Sonnenhitze zur Mittsommerzeit – nicht heißer, höchstens ein wenig stärker oder schwächer, je nachdem du es am besten triffst.

Gibst du aber eine stärkere Hitze, wie man sie braucht, um Blei im Fluss zu halten, so würde deine Materie schmelzen wie Öl; und hätte sie so zehn oder zwölf Tage gestanden, so würde ihr Schwefel davonfliegen und deine Materie völlig verdorben sein. Denn der Schwefel, der in deiner Materie ist, ist noch nicht fixiert, sondern liegt äußerlich. Darum schmilzt die Materie sogleich, und obgleich sie rein ist, ist sie doch noch nicht fest.

Darum gib ihr ein so sanftes Feuer, dass sie nicht schmilzt; halte sie so sechs Wochen lang. Nimm dann ein wenig davon heraus und lege es auf eine glühend heiße Platte: schmilzt es sogleich und raucht, so ist es noch nicht fixiert; bleibt die Materie aber ungeschmolzen, so ist der darin enthaltene Schwefel fixiert.

Dann verstärke das Feuer merklich, bis die Materie im Glas anfängt, gelb zu erscheinen, und immer gelber wird, gleich gepulvertem Safran. Dann steigere das Feuer noch stärker, bis die Materie rot zu werden beginnt; fahre so fort, von einem Grad zum anderen, wie das Pulver nach und nach röter wird, und halte das Feuer so lange, bis die Materie rubinrot ist. Dann verstärke das Feuer noch mehr, sodass die Materie glühend heiß wird – dann ist sie fixiert und bereit, das kostbare Wasser des Paradieses über sich zu empfangen.


Vom Wasser des Paradieses

Mein Kind soll wissen, dass es zwei Wege gibt, das Wasser des Paradieses aufzubringen. Ich will dich lehren, beide zu bereiten; dann kannst du wählen, welchen du willst, denn der eine ist um die Hälfte besser als der andere.

Du erinnerst dich, dass ich dir befahl, die Hälfte des gereinigten Saturns aufzubewahren. Diese nimm und gib sie in einen steinernen Topf, gieße eine oder mehrere Flaschen destillierten Weinessig darauf, setze einen Helm auf und destilliere den Essig im Bad wieder ab. Der Helm muss oben eine Öffnung haben, damit man frischen Essig auf die Materie gießen und ihn wieder abziehen kann. Gieße frischen Essig darauf und ziehe ihn erneut ab; fahre so lange fort, bis der Essig ebenso stark abgezogen wird, wie er eingegossen wurde. Dann ist es genug, und die Materie enthält so viel Essiggeist, wie sie fassen kann.

Nimm den Topf aus dem Bad, nimm den Helm ab, gib die Materie in ein dickwandiges Glas, das Feuer erträgt, setze einen Helm auf, stelle es in eine Kapelle mit Asche auf den Ofen. Mache zunächst ein kleines Feuer und steigere es allmählich, bis eine Substanz übergeht, rot wie Blut, dick wie Öl und süß wie Zucker, mit einem himmlischen Duft. Halte diese Hitze, solange es destilliert; lässt es nach, verstärke das Feuer, bis das Glas zu glühen beginnt. Halte diese Hitze, bis nichts mehr übergeht.


Lass es von selbst abkühlen, nimm den Empfänger ab, verschließe ihn fest mit Wachs. Nimm die zurückgebliebene Materie aus dem Glas, stoße sie im eisernen Mörser mit einem Stahlstößel zu Pulver und zerreibe sie dann auf einem Stein mit gutem destillierten Essig. Gib diese Materie in einen Topf, gieße Essig darauf, bis zwei Drittel gefüllt sind, stelle ihn ins Bad mit Helm und destilliere den Essig ab. Gieße frischen Essig auf und destilliere ihn wieder ab. Fahre so fort, bis der Essig so stark bleibt wie zu Beginn.


Lass es abkühlen, nimm die Materie heraus und gib sie in ein stärkeres rundes Glas, das Feuer erträgt. Stelle es wieder in eine Kapelle mit gesiebter Asche, setze Helm und Empfänger auf und destilliere wie zuvor, erst mit schwachem, dann stärkerem Feuer, bis eine Substanz übergeht, rot wie Blut und dick wie Öl. Wenn nichts mehr destilliert, lass es abkühlen, brich das Glas, nimm die Materie heraus, pulverisiere sie erneut und wiederhole die Essiglösung und Destillation, bis die Materie keinen Essiggeist mehr enthält.

Dann setze sie in einem Glasgefäß in Asche und destilliere alles aus, bis die Materie zu einem roten Öl wird. Dann hast du das edelste Wasser des Paradieses, womit man alle fixierten Steine vollendet. Dies ist der erste Weg. Die Alten nannten dieses Wasser ihren scharfen, klaren Essig, um seinen Namen zu verbergen.


Zweiter Weg (kürzer, aber geringer)

Entfällt - da komplex und sehr fehleranfällig.


Der aus Saturn gewonnene Merkur oder seine Quintessenz ist in allen Werken ebenso gut wie der Merkur aus Gold – hierin stimmen alle Philosophen überein.


Ich habe dich nun gelehrt, zwei Arten des Wassers des Paradieses herzustellen; und wisse, mein Kind, dass der erste Weg der beste ist, obgleich er mit einiger Gefahr verbunden ist, mehr Zeit erfordert und größere Kosten verursacht. Denn der Essig ist zwar insgesamt gut, doch das rote Öl ist das Beste. Sein zeitlicher Verlauf ist am Ende derselbe; und obwohl es länger dauert, bis du das rote Öl erlangst, fixiert es sich doch in kurzer Zeit, sobald es zur Materie oder zum fixierten Stein kommt, zu einer einfachen Essenz von größerer Röte.

Wenn jedoch der Merkur zum fixierten Stein kommt, so verweilt er lange Zeit im Auf- und Absteigen, ehe er stirbt; und wenn er völlig gestorben ist, macht er den roten fixierten Stein wieder zu einer fixierten Farbe, indem er den roten Stein mit seiner Kälte so überdeckt, dass der rote Stein wieder weiß wird. Dann musst du ihn erneut sanft sieden mit kleinem Feuer, bis er anfängt gelb zu werden, und das Feuer von Grad zu Grad weiterführen, je höher und kräftiger die Farbe wird, und dies so lange, bis er eine vollkommene Röte erreicht – was eine lange Zeit erfordert und beim roten Öl nicht nötig ist. Denn das rote Öl tötet oder gerinnt den Stein sofort, indem sich das eine mit dem anderen in kurzer Zeit zu einer einfachen Essenz fixiert.


Darum sage ich dir, mein Kind, dass die Zeit des Öls am Ende ebenso lang ist, auch wenn es mit dem Merkur kürzer zu sein scheint; doch im Abschluss des Werkes ist sie gleich lang. Deshalb lehre ich dich die Kunst beider Werke, damit du die Kunst besser verstehst, das Öl aus der innersten Natur des Steins zu bereiten, welches sich später findet. Dieses Öl war den Alten unbekannt; denn mein Großvater fand es mit seinen Gefährten erst nach großer Mühe und langer Zeit.


So gibt es zwei Wege, den Stein zu lösen und ihm das klare Wasser des Paradieses aufzugießen. Unsere Vorfahren nannten das Öl ihren scharfen Essig; darum, mein Kind, halte diesen Namen geheim. Und ich will dich zuerst lehren, wie du den Merkur mit deinem Stein verbindest, den du aus Saturn gezogen hast, um ihn zu lösen; danach werde ich dich lehren, wie du das rote Öl, das du aus deinem bereiteten Saturn gezogen hast, über den Helm bringst, um deinen Stein zu lösen.


Mein Kind, wiege deinen fixierten Stein; nimm die Hälfte seines Gewichts an Merkur, gieße ihn über den Stein in das Glas, bedecke das Glas wieder mit einem polierten Glas, das genau darauf passt, stelle es in eine Kapelle mit gesiebter Asche, mache ein kleines Feuer, gleich der Sonnenhitze zur Mittsommerzeit, und gib ihm kein stärkeres Feuer, bis das


Wasser des Paradieses oder der Merkur zu einem völlig toten Pulver geworden ist.

Und wisse, mein Kind, dass der rote oder fixierte Stein, der zuvor verdunkelt war, nachdem er das Wasser des Paradieses oder den Merkur getrunken hat – wie du es auch nennen willst – zu einem Pulver zwischen Schwarz und Grau wird. Dann verstärke das Feuer von Grad zu Grad, bis die Materie vollkommen weiß ist; und wenn sie weiß ist, verstärke das Feuer noch weiter, von Grad zu Grad, bis sie dunkelgelb wird; dann mache es noch stärker, bis sie vollkommen rot ist. Dann freue dich, denn dein Stein ist vollkommen und schmelzbar wie Wachs.


Nimm zehnmal so viel von dem bereiteten Saturn, wie ich dich zuvor gelehrt habe, durch Lösung und Gerinnung, bis er keine Fäkalien mehr zurücklässt. Dann nimm dein kostbares rotes Pulver aus dem Glas, sodass zwei Teile voll sind, stelle es in dein warmes Bad und lasse es sich lösen.

Sobald sich etwas gelöst hat, gieße das oben klare in ein anderes Glas ab; gieße frischen Essig darauf und lasse es wieder lösen wie zuvor. Gieße ab und gieße frischen Essig darauf so oft, bis alles zu einem klaren Wasser gelöst ist; dies geschieht gewöhnlich in zehn oder zwölf Tagen.


Dann stelle alles Gelöste in ein Bad, setze einen Helm darauf und destilliere den Essig ab; destilliere den Essig nochmals davon ab und gerinne die Materie so lange, bis sie trocken ist und glänzt. Danach gib sie in ein anderes Glas, stelle dieses auf einen Ofen in eine Kapelle mit gesiebter Asche und lege ein poliertes Glas auf die Öffnung des Glases.


Mein Kind, wisse, dass deine Materie in der Lösung mit dem Stein fixiert worden ist. Mache im Ofen ein mäßig starkes Feuer, so heiß wie die Sonnenhitze zur Mittsommerzeit, oder etwas stärker, bis die Materie gelb zu werden beginnt. Fahre dann mit dem Feuer von Grad zu Grad fort, bis du ein vollkommenes Gelb erhältst; steigere danach das Feuer wiederum von Grad zu Grad, bis du eine vollkommene Röte erreichst.


Dies geschieht rasch, in der halben Zeit, die sonst zum Hervortreten der Farbe nötig ist, und auch bei der Multiplikation; doch verfahre im Übrigen wie zu Beginn und gieße das Wasser des Paradieses über den Stein, wie es dir zuvor in diesem Werk gelehrt wurde. Siede und mortifiziere ihn in allen Punkten bis zu einer vollkommenen Röte, wie gelehrt worden ist.

Dann kannst du wiederum die Hälfte davon entnehmen und damit Projektion machen, und die andere Hälfte abermals vermehren in allen Punkten, wie oben gesagt; so kannst du die Arbeit stets fortsetzen.


Nun will ich dich den anderen und besten Weg lehren, nämlich deinen roten fixierten Stein oder dein Pulver mit dem roten Öl zu wässern, damit er schmelzbar werde. Du musst wissen, wie viel dein rotes Pulver wiegt; dann nimm die Hälfte dieses Gewichts an rotem Öl bezogen auf das volle Gewicht des Steins und gieße es über das rote Pulver.

Wenn das Öl in das Glas gegossen ist, kannst du einen kleinen Helm aufsetzen und es auf einen Ofen in gesiebte Asche stellen, einen Empfänger an die Nase des Helms fügen und darunter ein kleines Feuer machen, gleich der Sonnenhitze im März, und nicht heißer. Denn im Öl befindet sich noch etwas Essigfeuchtigkeit, die abgezogen werden muss. Halte diese Hitze, bis du keine Feuchtigkeit mehr im Helm wahrnimmst.


Dann verstärke das Feuer ein wenig, wie die Sonnenhitze zur Mittsommerzeit; ist noch Feuchtigkeit vorhanden, wirst du sie im Helm erkennen. Wenn du sie aber nach sechs oder acht Tagen nicht mehr wahrnimmst, nimm den Helm ab, lege wieder das polierte Glas auf die Öffnung des Glases und verstärke das Feuer, sodass du deine Hand oder deinen Finger kaum ein Ave Maria lang in der Asche ertragen kannst. Halte dieses Feuer, bis das rote Öl vollständig mit dem Pulver im Glas fixiert ist, was du folgendermaßen erkennst:


Nimm ein wenig von dem Pulver aus dem Glas und lege es auf eine glühende Silberplatte. Wenn das Pulver wie Wachs schmilzt und durch die Platte dringt, wie Öl durch trockenes Leder, und sie gänzlich zu Gold macht, soweit das Pulver reicht, dann ist der Stein vollendet. Tut er dies nicht, so lasse ihn weiter in dieser Hitze stehen, bis er es ohne Dämpfen tut.


Nun, mein Kind, wenn der Stein vollendet ist, nimm die Hälfte davon aus dem Glas, gib sie in einen gläsernen Schmelztiegel und schmelze das Pulver sanft, was sogleich geschehen sollte, denn es schmilzt wie Wachs. Ist es geschmolzen, gieße es in die Form aus Buchsbaumholz, wie zuvor beschrieben; es wird ein roter Stein, klar und durchsichtig wie Kristall, rot wie ein Rubin.

Dann mache Projektion damit und setze die andere Hälfte wieder zur Multiplikation an.

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