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Das Herzbuch - Bereitung des Steins Teil1

  • Autorenbild: LXIR
    LXIR
  • 29. Dez. 2025
  • 6 Min. Lesezeit

Im Folgenden die Übersetzung zum Stein der Weisen aus dem Saturn, nach Sir George Ripley- erster Teil.

 

Das Herz-Buchdes Sir George Ripley,Kanonikus von Bridlington.

Enthaltendseine philosophischen Unterweisungen bei der Herstellungdes Merkur der Philosophen und der Elixiere.

London,Gedruckt für William Cooper, beim Pelikan in Little Britain. 1683.


Das Herz-Buch des Sir George Ripley.Das ganze Werk von der Zusammensetzung des Philosophischen Steins, des großen Elixiers und der ersten Lösung des groben Körpers.

Zuerst nimm 30 Pfund Gewicht Sericon oder Antimon, woraus sich etwa 21 Pfund Gewicht Gummi ergeben, oder nahe dabei, wenn es gut gelöst ist und der Essig sehr gut ist. Löse jedes Pfund davon in einer Gallone zweifach destillierten Essigs, wenn dieser wieder kalt ist. Während es sich in einem geeigneten Glasgefäß auflöst, rühre es täglich sehr oft mit einem sauberen Stab um — je öfter, desto besser. Wenn es gut geschmolzen und zu Boden gesunken ist, dann filtriere die Flüssigkeit drei Mal. Bewahre sie gut verschlossen auf und wirf die Fäzes weg, denn dies ist überflüssiger Unrat, der aus dem Werk entfernt werden muss und nicht hineingehört; er wird Terra damnata genannt.


Die Herstellung unseres Gummis oder grünen Löwen

Gieße nun alle diese kalten, filtrierten Flüssigkeiten in ein geeignetes Glasgefäß und stelle es ins Balneum Mariae, um es bei mäßiger Wärme einzudampfen. Dadurch wird unser Sericon zu einem grünen Gummi gerinnen, genannt unser grüner Löwe. Trockne dieses Gummi gut, doch hüte dich, seine Blüten zu verbrennen oder seine Grünheit zu zerstören.


Die Extraktion unseres Menstruums oder des Blutes unseres grünen Löwen

Nimm das besagte Gummi und gib es in eine starke Glaskolbenretorte, die sehr gut verlutet ist, und stelle sie in den Ofen. Mache zuerst ein sanftes Feuer, und bald wirst du sehen, wie ein schwaches Wasser austritt; lasse es vergehen. Wenn du aber einen weißen Rauch oder Dampf siehst, dann setze einen Glasempfänger auf, mit sehr großem Bauch, dessen Mündung nicht weiter ist, als dass der Hals der Retorte gut hineinpasst. Schließe beide gut zusammen, damit kein Dampf entweiche.

Erhöhe das Feuer (die Temperatur) nach und nach, bis der ausströmende Dampf rötlich wird; halte dann das stärkere Feuer (ca. 500 °C), bis Tropfen wie Blut hervorkommen und kein Rauch mehr austritt. Wenn dieses Bluten endet, lasse das Feuer langsam abklingen. Wenn alles kalt ist, nimm den Empfänger ab und verschließe ihn sofort fest, damit die Geister nicht entweichen. Diese Flüssigkeit wird unser gesegneter Liquor genannt; bewahre ihn fest verschlossen in einem Glas für später auf.

Sieh dann in den Hals der Retorte: Dort findest du einen weißen, harten Reif, wie die Erstarrung eines frostigen Dampfes oder ähnlich einem Sublimat. Sammle ihn sorgfältig und bewahre ihn gesondert auf, denn darin sind große Geheimnisse enthalten, die später offenbart werden, nachdem das große Werk vollendet ist.


Die Erschaffung unserer Basis

Nimm nun alle Fäzes aus der Retorte, schwarz wie Ruß; diese werden unser Drache genannt. Kalziniere davon ein Pfund oder mehr nach Belieben in einem sehr heißen Feuer eines Töpfer- oder Glasmacherofens (bis zu 1000°C) oder eines Windofens, bis es zu einer weißen Kalx wird, so weiß wie Schnee. Bewahre diese weiße Kalx sauber und für sich, denn sie heißt die Basis und das Fundament des Werkes, wird nun Mars genannt und ist unsere weiße, fixe Erde oder das Ferrum der Philosophen.


Die Kalzination der schwarzen Fäzes, genannt unser schwarzer Drache

Nimm die übrigen schwarzen Fäzes und breite sie dünn auf einem sauberen Marmor oder einem anderen geeigneten Stein aus. Lege an einer Seite eine glühende Kohle an, und das Feuer wird sich innerhalb einer halben Stunde durch die Fäzes ziehen und sie zu einer zitronengelben Farbe kalzinieren, sehr herrlich anzusehen.


Die Lösung der genannten Fäzes

Löse diese zitronengelben Fäzes in destilliertem Essig wie zuvor, filtriere sie ebenfalls dreimal, verdampfe sie wieder zu einem Gummi und ziehe daraus erneut unser Menstruum, nun genannt Drachenblut. Wiederhole dieses Werk in allen Punkten wie zuvor, bis du alle oder den größten Teil der Fäzes in unseren natürlichen und gesegneten Liquor überführt hast.

Vereine diesen gesamten Liquor mit dem ersten Liquor oder Menstruum, genannt das Blut des grünen Löwen, und stelle alles zusammen vierzehn Tage lang zur Putrefaktion in ein Glasgefäß. Danach fahre fort mit der Trennung der Elemente, denn nun hast du das ganze Feuer des Steins in diesem gesegneten Liquor, welches zuvor verborgen in den Fäzes lag — ein Geheimnis, das alle Philosophen wundersam verhüllen.


Die Trennung der Elemente – zuerst die Luft, auch unser brennendes Wasser und unser anziehendes Wasser

Gib das putrefizierte Menstruum in eine Destille aus feinem venezianischem Glas, setze den Helm auf und verschließe ihn mit einem Leinentuch, getränkt in Eiweiß. Stelle sie ins Balneum Mariae, setze einen langen Empfänger auf, damit der Geist nicht zurück entweiche, und trenne bei sehr sanfter Wärme die Elemente voneinander.

Zuerst wird das Element Luft übergehen, welches ein Öl ist.


Unser brennendes Wasser oder anziehendes Wasser

Wenn das erste Element vollständig destilliert ist, rektifiziere es in einer passenden Destille, das heißt, destilliere es siebenmal, bis es ein in ihm getränktes Leinentuch vollständig verbrennt, wenn man es an die Flamme hält. Dann wird es rektifiziertes brennendes Wasser oder anziehendes Wasser genannt. Bewahre es sehr gut verschlossen auf, denn sein Geist ist äußerst subtil.

Durch häufiges Rektifizieren scheidet sich ein weißes Öl (Luft) ab, das auf dem Wasser schwimmt, und ein gelbes Öl bleibt zurück, das bei stärkerem Feuer ebenfalls übergeht. Gib fein zerstoßenes Sublimat auf eine Eisenplatte; in der Kälte wird es sich in Wasser lösen. Filtriere es und gib etwas brennendes Wasser hinzu; dieses zieht den gesamten Merkur als grünes Öl an sich. Trenne dieses, gib es in eine Retorte und destilliere zuerst Wasser, danach ein dickes grünes Öl — das Öl des Merkur.


Die Flut oder das Wasser des Steins

Ziehe nun die Flut oder das Wasser des Steins für sich ab. Diese Flüssigkeit ist etwas weißlich. Destilliere sie mit sehr sanftem Balneum-Feuer, bis am Boden eine dicke, ölige Substanz wie flüssiges Pech zurückbleibt. Bewahre dieses Wasser gut verschlossen auf.

Anmerkung: Wenn die Flüssigkeit weiß wird, setze einen neuen Empfänger auf, denn dann ist dieses Element vollständig übergegangen. Zwei oder drei Tropfen dieses schwarzen Öl-Liquors, in Weingeist gegeben, heilen jedes innerlich eingenommene Gift.


Unser Menschenblut – Herstellung und Rektifikation

Gib nun unser brennendes Wasser auf die schwarze, flüssige Materie, vermische alles gut und lasse es drei Stunden bedeckt stehen. Dekantiere und filtriere, gib frisches brennendes Wasser hinzu und wiederhole dies dreimal. Destilliere es anschließend dreimal sanft im Balneum. Danach wird es rektifiziertes Menschenblut genannt, welches die Sucher der Geheimnisse der Natur so sehr begehren. So hast du Wasser und Luft in der Kraft ihrer Quintessenz erhöht. Bewahre dieses Blut eine Zeitlang auf.


Das Öl oder Feuer oder die Erde des Steins

Gib die Flut oder das Wasser auf die schwarze, weiche Erde des Steins, vermische alles gut und destilliere, bis am Boden eine sehr trockene, schwarze Erde verbleibt. Bewahre Öl und Wasser gut verschlossen auf.


Das feurige Wasser

Zerstoße diese schwarze Erde zu Pulver und mische sie mit dem Menschenblut. Lasse es drei Stunden stehen, destilliere dann auf Asche mit gutem Feuer und wiederhole dies dreimal. Dann wird es rektifiziertes Feuerwasser genannt. So hast du Wasser, Luft und Feuer in die Kraft ihrer Quintessenz erhoben.


Die Erde

Kalziniere die schwarze, trockene Erde in einem Reverberationsofen, bis sie zu einer sehr feinen weißen Kalx wird.


Das Wasser des Lebens – unser Merkur und unser Lunarium

Vermische diese weiße Kalx mit dem feurigen Wasser und destilliere alles mit starkem Feuer vollständig ab. Kalziniere die verbleibende Erde erneut und destilliere wieder. Wiederhole dies siebenmal, bis die ganze Substanz der Kalx durch den Helm erhoben wird. Dann hast du das wahrhaft geistige Wasser des Lebens, und so sind alle vier Elemente in der Kraft ihrer Quintessenz erhöht.

Dieses Wasser löst alle Körper, bringt sie zur Fäulnis und reinigt sie. Dies ist unser Merkur und unser Lunarium; wer meint, es gebe ein anderes Wasser als dieses, ist unwissend und ein Tor und wird niemals zum Ziel gelangen.


Ein großes Geheimnis Sir George Ripleys

für jene, die den Merkur der Philosophen bereitet haben, aber aus Armut nicht zum roten oder weißen Elixier fortschreiten können

Nimm die Ceruse oder den Rahm des feinsten kornischen Zinns, schmelze ihn und reduziere ihn zu feiner weißer Kalx. Gib ihn in eine Glasdestille und gieße eine passende Menge unseres Merkur (vollkommenes Lunarium) darauf. Destilliere den Merkur ab, tränke die Kalx erneut damit und wiederhole dies, bis die Kalx so subtil und ölig wird, dass sie auf einer glühend heißen Kupferplatte wie Wachs fließt und nicht verdampft.

Dann verwandelt sie Kupfer in feines Silber, denn die Weichheit des Zinns wird durch unseren Merkur entfernt, wodurch es gehärtet und gereinigt wird und sich in Schmelze und Hämmerung wie reines Silber verhält. Dieses Werk ist sehr nützlich und leicht; nutze es, bis du reich bist, und gehe dann — um des Herrn willen — zum großen Werk über, das hier wahrhaft dargelegt ist, wie ich es selbst erprobt habe. Dafür danke Gott.


Das Öl, welches das Element des Feuers und unser roter Merkur ist

Die zuvor aufbewahrte Flut mit dem Öl wird mit sehr sanftem Balneum-Feuer destilliert. Das rote Öl, das am Boden verbleibt, bewahre sorgfältig auf, denn es ist das Element des Feuers. Das Wasser wird erneut rektifiziert, und diese Arbeit wird wiederholt, bis kein rotes Lunarium mehr darin verbleibt.

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